
Sicherheit
Beckenboden übertrainieren: geht das?
Beim Beckenboden denken die meisten an „zu schwach". Es gibt aber auch das Gegenteil: einen Muskel, der zu angespannt ist. Und mehr Training macht das nicht besser, sondern schlimmer.
## Warum „mehr" nicht immer hilft Der Beckenboden ist ein Muskel wie andere auch – er braucht Anspannung und Entspannung. Trainierst du nur die Anspannung und überziehst, kann er in einen dauerhaft erhöhten Grundtonus rutschen. Fachlich spricht man von einem überaktiven oder „hypertonen" Beckenboden. Der ist nicht schwach, sondern verkrampft.
## Woran du es merkst Mögliche Zeichen sind ein Druck- oder Verspannungsgefühl im Beckenbereich, häufiger Harndrang, Schmerzen am Damm oder das Gefühl, nicht mehr richtig „loslassen" zu können. Paradoxerweise ähneln manche Beschwerden denen eines schwachen Beckenbodens – deshalb ist die Selbsteinschätzung nicht immer eindeutig.
## Was dann hilft Nicht noch mehr anspannen. Im Gegenteil: Der Fokus verschiebt sich auf bewusstes Loslassen, ruhige Bauchatmung und Entspannung. Reduziere die Übungen deutlich und leg Pausen ein. Bessert es sich nicht, ist eine Physiotherapie mit Beckenboden-Schwerpunkt der richtige Weg – sie kann gezielt zwischen „zu schwach" und „zu angespannt" unterscheiden.
## Sicherheit Anhaltende Schmerzen oder Beschwerden im Beckenbereich gehören ärztlich abgeklärt. Mehr Training ist hier keine Lösung – das richtige Maß ist es.
_Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung._